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Ruhestandsplanung: Menschen unterschätzen eigene Langlebigkeit

“Die meisten Menschen in Deutschland unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung systematisch”, erklärte Professor Dr. Jochen Ruß vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften, Ulm, am 20. März 2014 bei einer Aegon-Presseveranstaltung zum Thema Ruhestandsplanung im Wandel der Demografie.

 

Ein wichtiger Grund dafür könne sein, meint Ruß, dass der Todeszeitpunkt der Generation der Eltern und Großeltern einen mentalen Anker darstelle. Dabei steige die Lebenserwartung um etwa zweieinhalb Jahre pro Jahrzehnt. Mit anderen Worten: Wenn eine Generation etwa 30 Jahren entspricht, leben wir im Durchschnitt 15 Jahre länger als die Generation unserer Großeltern. Ruß nannte ein Beispiel: Eine heute 50-jährige Frau hat noch eine statistische Lebenserwartung von 36 Jahren.

Würden Sie Ihr Haus gegen Feuer versichern?

Weiteres Problem: Die Lebenserwartung sei der Normalfall. Für die Frage, ob man ein Risiko aber absichert, ist der Normalfall aber irrelevant. Dies machte Ruß an einem dramatischen Beispiel deutlich: Denn der Normalfall ist auch, dass mein Haus nicht abbrennt oder ich keinen Autounfall habe. Trotzdem sind die meisten Menschen davon überzeugt, dass sie eine Gebäude- oder Kfz-Versicherung brauchen. Auf die Altersvorsorge bezogen heißt das: Die Wahrscheinlichkeit, 90 Jahre zu werden, liegt bei einer 50-jährigen Frau bei 38,0 Prozent. Folgerichtige Frage des Ulmer Professors: „Würden Sie Ihr Haus gegen Feuer versichern, wenn es mit einer Wahrscheinlichkeit von 38 Prozent abbrennen wird?“ Die Antwort würde bei den meisten wohl Ja  lauten, im Falle der Altersvorsorge müsste sie dann logischerweise auch Ja lauten.